Gymnasium Alexander von Humboldt Eberswalde

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Gymnasium Alexander von Humboldt Eberswalde

Die Geschichte einer Reise in französische Gefilde

Ein kleines Abenteuer war es ohnehin, als der mit 35 Schülern und zwei Lehrern fast voll besetzte Reisebus des Reiseunternehmens „Schramm`s Reisen“ (man beachte den interessant gesetzten Apostroph) um 21 Uhr Richtung Vendée, Frankreich aufbrach. Erster Stopp dann gegen 23:30 Uhr auf Höhe der Magdeburger Börde, mittlerweile hatten es sich alle mit Kissen, Decken und Schultern von Sitznachbarn gemütlich gemacht. Eine Chance für die Busfahrer, ihre sehr knoblauchhaltigen Bouletten (diese Wort verstehen auch die Franzosen, wie mancher vielleicht noch feststellte) auszupacken – nun gut, hervorragend funktionierende Geruchssinne wurden sichergestellt, aber natürlich ein großes Dankeschön für die sichere und ansonsten auch sehr angenehme Fahrt.

Die gute Nachricht: 23 Stunden sind mit BlackStories, Smartphones, MP3-Playern und buseigener Filmvorführung („Ziemlich beste Freunde“, ein französischer Film, jedoch in der synchronisierten Fassung…) eindeutig gut auszuhalten. Das nicht alles Sanifair-Toiletten sein können, ist leider auch klar…

Ab Paris dauerte es dann nicht mehr lange. Ankunft früher als geplant, 17:30 Uhr in Les Brouzils, einer der Standorte der beiden neuen Partnerschulen im Nordwesten Frankreichs. Mit Notfallvokabular im Reisetagebuch  konnte sich schließlich jeder beim ersten Treffen mit dem corres halbwegs verständlich machen. Wegen des abendlichen Dreigängemenüs war an schnelles Schlafen nicht zu denken – dafür wäre die Aufregung  vielleicht auch noch ein bisschen zu groß gewesen.  Bezüglich des Essens hat jeder leicht andere Erfahrungen gemacht, von den englischen five a days (wovon überall Ernährumgswissenschaftler reden, fünf Obst- oder Gemüseportionen am Tag) ist im gastfreundschaftlichen Nachbarland jedoch noch nicht viel angekommen, dafür gibt es umso bessere Desserts… ein bisschen Zucker kann bei einem Schultag bis 17 Uhr und anschließendem Nachhauseweg im lebhaften Schulbus nicht schaden. (Das Pendant zu Fruchtzwergen nennt sich Petit Suisse, also übersetzt „Kleiner Schweizer“ – obwohl nicht alle Franzosen Riesen sind…)

Um jetzt endlich mit der schrecklichen sowie unmöglichen Verallgemeinerung eines ganzen Staates aufzuhören, lieber noch etwas über die Tagesabläufe, die collèges und neue Vokabeln: Da viele Austauschschüler auf  unzähligen kleine villages, Dörfern, wohnen, morgens zuerst 15-45 Minuten Busfahrt, dann unabhängig vom Tagesprogramm Treffpunkt in den Schulen in Les Brouzils und Chavagnes en Paillers, jeweils zwei sehr schönen modernen Gebäuden mit, noch viel wichtiger, für Neues (wir – die zum Teil erst zwei Jahre Französischunterricht hatten) offenen Schülern und Lehrern. Durch viele gemeinsame Ausflüge, Hände, Füße und zur Not Englisch wuchs die Gruppe sehr schnell zusammen, auch wenn Wenige lebende huîtres, Austern probieren wollten. Paddeln oder les machines haben da den Geschmack schon eher getroffen, schön war auch ein wohlverdientes Picknick am Strand, an dem der kleine Nick (le petit Nicholas) gedreht wurde. Absurd dann eher, in Nantes drei andere deutsche Schülergruppen zu treffen… bei diesem Ausflug leider ohne corres hat immerhin jeder die lange Freizeit ausgenutzt. Die Chance, dem fnac einen Besuch abzustatten! Oder auch einfach durch die Gassen zu spazieren… persönliche Lieblingsmomente sammeln war nicht schwer.

Anders am Unterricht ist auf jeden Fall die lange Mittagspausenzeit von eineinhalb Stunden, die Liniatur der Schreibhefte ist plus magnifique als bei uns, dünne blassblaue keineswegs quadratische Karokästchen, geschrieben wird mit Kulis mit verschiedenfarbigen Minen und auf den Schulklos keine Klodeckel. Dafür (in Chavagnes sehr nette) Surveillants. Hier kann dann also bloß der Kulturschock, gerade in Bezug zum Kantinenessen, kommen. Wir freuen uns auf jeden Fall über den baldigen Besuch! Das neben unterschiedlichsten Redewendungen (tu chantes comme une casserole) auch Wörter, die keinen Eingang in Französischlehrbücher finden,jetzt zum passiven Wortschatz gehören, ist hoffentlich nur Nebenwirkung – Hauptfolge Sucht nach französischen Kinderliedern. #nofrancophobia!

Nach mehreren zusammen verbrachten soirées inklusive Chips, Eis, Cola und Schokolade fiel es uns filles bavardes und sicher auch den Jungen furchtbar schwer, Auf Wiedersehen zu sagen. Abfahrt 8:20 Uhr nach einer spannenden Woche, Abschlussfotos mit den neu gewonnenen französischen Freunden wurden noch von Frau Sievers und Frau Kaiser gemacht, dann ging es schweren Herzens zurück ins Kartoffelland. Wie gut, dass man auch hier du pain kaufen kann.

[Theresa Bolte, Kl. 9/L]

INFOs

MINT mal anders am 22.11.17 ab 19 Uhr

Elternsprechnachmittag am 30.11.17 15:30-18:30 Uhr

Lesenacht am 08.12.17 ab 19 Uhr






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